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Warum nur nach Serbien? Eine kleine Vorgeschichte.

Die serbischen Kommunalwahlen 1996 hatte die demokratische Milosevic-Opposition in Kragujevac gewonnen, was Milosevic erst nach wochenlangen Demonstrationen eingestand und seine massiven Wahlfälschungen zugab.

Seit dem flossen kaum noch Mittel nach Kragujevac. Die Bundesregierung in Belgrad boykottierte die 180 000 Einwohnerstadt.

1999 gab es dann auch noch von der NATO was auf´s „Dach“. Nato-Streitkräfte bombadierten Serbien mit Marschflugkörpern und radioaktiver Munition, große Schäden und großes Leid wurde angerichtet. Auch in Kragujevac.

Die EU entschied sich dafür, die oppositionellen Städte in Serbien zu unterstützen und Partnerschaften zu Städten aus der EU zu vermitteln. Auch Hannover beteiligte sich daran und kooperiert seit dem mit Kragujevac.

2001 reiste der Umweltdezernent Hans Mönninghoff mit einer Delegation nach Kragujevac. Beeindruckt hat ihn während seines Aufenthaltes vor allem auch ein Treffen mit der StudentInneninitiative OTPOR (Widerstand). OTPOR hat mit Öffentlichkeitswirksamen Aktionen gegen Milosevic für Aufsehen gesorgt und die großen Demonstrationen gegen die Regierung angeführt.
Mönninghoff versprach eine Partnerorganisation in Hannover zu finden, die Interesse hat, mit OTPOR zu kooperieren.

Dieser Partner fand sich in JANUN, dem Jugendumweltbüro Hannover. Im Sommer 2001 lud JANUN 13 Mitglieder von OTPOR für 10 Tage nach Hannover ein. Im März 2002 kam es zum Gegenbesuch in Kragujevac. Seitdem hat sich eine rege Partnerschaft entwickelt.

Mit dieser Dokumentation wollen wir von dem etwas weiter geben, was wir im Rahmen von drei Reisen, eine davon in Kooperation mit der Jungen Presse Niedersachsen, in Serbien erlebt und gehört haben. Motiviert hat uns dabei die Diskrepanz zwischen dem was in den Medien und der allgemeinen Meinung über Serbien vorherrscht - und dem, was wir selber erlebt haben.

Achim Riemann, Hannover, 2. Oktober 2003