Kragujevac liegt im „Herzen“ von Serbien, ca. 150 Kilomter südlich von Belgrad und ist das wirtschaftliche, administrative, medizinische und pädagogische Zentrum der Regionen Pomoravlje und Sumadija, deren Fläche einen Bereich von 5000 km2 umfasst und 600.000 Menschen beherbergt. Kragujevac stellt dabei die viertgrößte Stadt Serbiens mit einer Fläche von 835 km2 und 186.000 Einwohnern.
Zentraler Platz in Kragujevac,gesehen
vom 'Hotel Kragujevac'
Alleine 61.000 Menschen sind im industriellen Bereich beschäftigt, ein großer Teil in der Autofabrik Zastava, die nach dem wirtschaftlichen Niedergang Ende der 80er - Anfang der 90er Jahre und den NATO - Bombadierungen 1999 36.000 Beschäftigte in sehr gering bezahlten Urlaub schicken musste. Die Produktion sank im Laufe der Jahre um 90 %; eine Katastrophe für eine Stadt die ökonomisch fast ausschließlich von seinem Autowerk abhängig ist.
19.300 Arbeitslose, 55.000 Sozialfälle und 25.000 Rentner sind in Kragujevac registriert. Die Zahl der vertriebenen Flüchtlingen aus Kroatien, Bosnien-Herzegovina und dem Kosovo beträgt 16.300.
Gerichtsgebäude
Kragujevac ist für seine akademischen Einrichtungen bekannt. Etwa 33.000 Jugendliche studieren an der städtischen Universität.
Der Handel ist zu einem wichtigen Sektor in der ökonomischen Entwicklung von Kragujevac geworden. Die Expansion des Einzelhandels in den letzten Jahren ist beachtlich. Die Stadt hat mehr als 1.200 Geschäfte und Supermärkte.
Kragujevac wird von einem 80-köpfigen Stadtparlament geführt. Eine Koalition aus fünf Parteien, die sich „Koalition für unsere Stadt“ nennt und ihre Wurzeln in der Demokratischen Bewegung gegen Milosevic hat, bildet die Regierung. An ihr sind beteiligt, die Demokratische Partei (die Sozialdemokratische Partei), die Christlich Demokratische Partei Serbiens, die Serbischen Liberalen, die Liga für Sumadija (Sumadija ist der Name der Region) und die „Zivile Koalition für Serbien“. Zusammen vereinigten sie bei den Kommunalwahlen im Jahr 2000 55 % der WählerInnen auf sich.
Die Opposition besteht aus den Parteien “Demokratische Partei Serbiens”, “Serbische Erneuerungsbewegung” und der Milosevic Partei “Sozialistische Partei Serbiens”, die im Spektrum konservativ bis nationalistisch liegen.
Tabea Hosche